Amazon automatische Preisanpassung: Grenzen des Tools
Amazon bietet ein eigenes Repricing-Werkzeug an, kostenlos, direkt im Seller Central - und viele Händler fragen sich, ob sie damit nicht ein externes Tool sparen können. Die kurze Antwort: Für ein kleines, überschaubares Sortiment reicht Amazons automatische Preisanpassung durchaus. Sobald Sie aber gegen viele Mitanbieter unter unterschiedlichen Bedingungen konkurrieren oder Ihre Marge sauber schützen wollen, stoßen Sie an die Grenzen des Bordmittels. Und einen Haken hat die Amazon-Lösung, den man kennen sollte, bevor man sie einschaltet.
Was ist Amazons automatische Preisanpassung?
Die automatische Preisanpassung - im Seller Central als “Preise automatisieren” geführt - ist eine Funktion für Verkäufer mit professionellem Konto. Sie legen Regeln an, weisen ihnen SKUs zu und geben pro Artikel einen Mindest- und einen Höchstpreis vor. Innerhalb dieser Spanne passt Amazon Ihren Preis dann selbstständig an, je nachdem, wie eine Regel auf den Markt reagieren soll - etwa an der Buy Box orientiert oder unter dem niedrigsten Preis bleibend.
Das Ganze läuft auf Amazons Servern. Sie brauchen keine zusätzliche Software, keine Installation, keinen durchlaufenden PC. Eingeführt hat Amazon die Funktion 2016, seither ist sie fester Bestandteil des Seller Central.
Was die automatische Preisanpassung von Amazon kann
Der größte Vorteil ist der niedrige Einstieg. Die Funktion kostet nichts extra, sie steckt bereits in Ihrer monatlichen Gebühr für das professionelle Verkäuferkonto. Kein separater Vertrag, keine Umsatzbeteiligung, kein zusätzliches Login.
Amazon hat die Bedienung schlank gehalten. Wer schon einmal eine Preisregel in einer Tabellenkalkulation gebaut hat, kommt hier zurecht: Regel benennen, Zielgröße wählen, Min und Max eintragen, SKUs zuweisen. Für einen Händler mit dreißig, vierzig Artikeln, die alle nach demselben simplen Muster reagieren sollen, ist das schnell eingerichtet. Und weil die Anpassung direkt bei Amazon passiert, reagiert sie ohne Umweg - es gibt keine Schnittstelle zwischen zwei Systemen, die klemmen könnte.
Grenzen der automatischen Preisanpassung von Amazon
Die Regeln sind grob. Sie können nicht festlegen, gegen wen Sie überhaupt antreten wollen. Ein FBM-Anbieter ohne Prime, mit vier Wochen Lieferzeit und schwacher Bewertung zählt für die Amazon-Regel genauso wie ein ernsthafter Konkurrent - herausfiltern lässt sich das nicht. Ein externer Repricer trennt hier sauber: gegen wen gerechnet wird und gegen wen nicht.
Dazu kommt: Die Funktion unterscheidet nicht zwischen FBA und FBM. Für die Buy Box macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein Wettbewerber über Versand durch Amazon liefert oder selbst verschickt - das Bordmittel behandelt beide gleich. Als FBA-Händler unterbieten Sie so womöglich einen FBM-Anbieter, den Sie für die Buy Box gar nicht hätten schlagen müssen, und verschenken bei jedem Verkauf Marge.
Ein weiterer Haken: Beim Mindestpreis hilft die Funktion Ihnen nicht. Sie übernimmt die Zahl, die Sie eintippen, ungeprüft. Ob darin Ihre FBA-Gebühr, die Verkaufsprovision und ein Deckungsbeitrag stecken, interessiert Amazon nicht. Diese Rechnung müssen Sie außerhalb des Tools führen, und ein falsch geschätzter Wert automatisiert dann Ihren Verlust.
Und viertens endet jede Regel an der Marktplatzgrenze. Verkaufen Sie in Deutschland, Frankreich und Italien, richten Sie die Automatik dreimal getrennt ein. Ein übergreifendes Regelwerk, das Ihr Sortiment über alle Marktplätze hinweg steuert, gibt es nicht.
Datenschutz: Ihre Preisuntergrenzen landen bei Amazon
Der eigentliche Haken sitzt tiefer. Wenn Sie für jede SKU einen Mindest- und einen Höchstpreis hinterlegen, legen Sie Ihre Preisuntergrenze offen - und damit indirekt Ihre Marge. Diese Werte liegen dann bei Amazon.
Amazon ist auf vielen Ihrer ASINs nicht nur Marktplatz, sondern selbst Wettbewerber. Ein Unternehmen, das weiß, wie tief Sie gehen können, hat einen Informationsvorsprung, den Sie ihm freiwillig geben. Genau deshalb rate ich seit Jahren davon ab, die eigene Kostengrenze ausgerechnet dem größten Konkurrenten in die Hand zu drücken. Ein externer Repricer, der lokal statt in fremder Cloud rechnet, hält diese Zahl bei Ihnen - Amazon sieht dann nur den fertigen Verkaufspreis, nicht die Kalkulation dahinter.
Für wen die automatische Preisanpassung reicht
Für einen Nebenerwerbs-Händler mit kleinem Sortiment, wenigen Mitanbietern und ohne große Margen-Sorgen ist Amazons Automatik eine vernünftige erste Stufe. Sie kostet nichts, sie läuft ohne Aufwand, und wenn auf Ihren ASINs ohnehin nur ein oder zwei ernsthafte Wettbewerber sitzen, brauchen Sie die feinen Filter nicht.
Ein Beispiel: Ein Händler mit fünfundzwanzig Buchtiteln, auf denen je zwei, drei andere Anbieter sitzen, fährt mit Amazons Automatik solide. Die Titel sind alle FBM, die Konkurrenz überschaubar, die Marge nicht hauchdünn - hier holt ein externes Tool kaum mehr heraus, als es an Gebühr kostet.
Auch wer Repricing erst einmal ausprobieren will, ohne sich an ein Tool zu binden, bekommt hier gefahrlos ein Gefühl dafür, wie sich automatische Preise anfühlen. Der Einstieg ins Amazon-Repricing lässt sich mit dem Bordmittel grob nachvollziehen - die Logik dahinter ist dieselbe, nur die Werkzeuge sind gröber.
Wann sich ein externer Repricer lohnt
Sobald mehrere Faktoren zusammenkommen, wird die Automatik zu grob. Führen Sie ein Mischsortiment aus FBA und FBM, konkurrieren Sie auf vielen ASINs gegen unterschiedlich starke Anbieter, oder verkaufen Sie über mehrere Marktplätze, dann verschenkt die pauschale Amazon-Regel Marge oder Buy-Box-Anteil - oft beides. Bei einem größeren Sortiment umkämpfter ASINs summiert sich das schnell, weil die grobe Regel Monat für Monat Marge liegen lässt, die eine feinere Steuerung mitgenommen hätte.
Der häufigste Fehler ist dabei nicht die fehlende Filterfunktion, sondern der geschätzte Mindestpreis. Wer seine Untergrenze grob eintippt, statt sie zu rechnen, verkauft entweder unter Kosten oder verliert die Buy Box an jemanden, der es genauer weiß. Welche Repricing-Fehler am meisten Marge kosten, habe ich gesondert aufgeschrieben. Und dann ist da die Datenfrage, die für viele Händler den Ausschlag gibt: Wer seine Kalkulation nicht bei Amazon hinterlegen will, kommt um eine externe Lösung nicht herum.
So macht das der PRICEPARSER
Der PRICEPARSER ist Windows-Software und läuft lokal auf Ihrem PC. Ihre Mindestpreise, Kalkulationen und Regeln bleiben auf dem Rechner - Amazon sieht nur den fertigen Verkaufspreis, nicht Ihre Untergrenze. Gegen wen gerechnet wird, entscheiden Sie selbst: FBA und FBM getrennt, Anbieter mit schwacher Bewertung oder langer Lieferzeit auf Wunsch ausgefiltert, Zustände sauber auseinandergehalten.
Der Mindestpreis wird nicht geschätzt, sondern aus Einkauf, Provision, Versandkosten und Deckungsbeitrag berechnet. Alle 11 Marktplätze steuern Sie aus einem Regelwerk statt aus elf getrennten Setups. Die Lizenz kostet fest ab 19 Euro zzgl. MwSt. pro Monat, unabhängig vom Umsatz.
Testen Sie den PRICEPARSER 14 Tage kostenlos und vergleichen Sie selbst, was ein externes Regelwerk gegenüber dem Bordmittel herausholt.
Häufige Fragen
Kann ich Amazons automatische Preisanpassung parallel zu einem externen Repricer laufen lassen?
Ändert Amazons automatische Preisanpassung meine Preise auch nachts?
Kann ich einzelne ASINs von der automatischen Preisanpassung ausnehmen?
Braucht Amazons automatische Preisanpassung ein professionelles Verkäuferkonto?
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