Amazon-Repricing für Einsteiger: 5-Schritte-Anleitung
Die Mitanbieter auf Ihren ASINs ändern ihre Preise mehrmals täglich, Sie schaffen es einmal pro Woche - und die Buybox liegt zuverlässig bei jemand anderem. An diesem Punkt fangen die meisten Händler mit Repricing an. Repricing heißt: Eine Software prüft laufend die Konkurrenzpreise auf Ihren Angeboten und setzt Ihren Verkaufspreis nach Regeln neu, die Sie vorher festlegen - immer innerhalb einer Spanne, die Sie nach unten und oben begrenzen. Der Einstieg besteht aus fünf Schritten: Sortiment sortieren, Mindestpreis festlegen, Regeln definieren, Repricer einrichten, nach einer Woche kontrollieren.
Wie funktioniert Amazon-Repricing?
Der Repricer liest über die Amazon SP-API die konkurrierenden Angebote auf Ihren ASINs aus, vergleicht sie mit Ihrem Preis und schreibt einen neuen Preis zurück - je nach Einstellung stündlich oder einmal am Tag. Frei entscheiden darf die Software dabei nur zwischen zwei Grenzen: Mindestpreis unten, Maximalpreis oben.
Das Ziel ist nicht der niedrigste Preis, sondern der höchste Preis, mit dem Sie die Buybox noch gewinnen. Der Unterschied ist bares Geld. Wer als FBA-Händler pauschal einen Cent unter dem billigsten FBM-Anbieter geht, verschenkt Marge, die er für die Buybox gar nicht gebraucht hätte.
Nicht jedes Sortiment braucht das. Verkaufen Sie ausschließlich eigene Marken, auf deren ASINs kein zweiter Händler sitzt, gibt es niemanden zu unterbieten. Repricing zahlt sich dort aus, wo mehrere Händler dieselbe ASIN bespielen - im Handel mit Fremdmarken also praktisch überall. Welche Art von Software dabei zu Ihnen passt, klärt der Vergleich von Cloud- und Desktop-Repricern.
Schritt 1: Sortiment analysieren - Fast Mover von Slow Movern trennen
Bevor Sie eine einzige Regel anlegen, ziehen Sie im Seller Central einen Verkaufsbericht über die letzten drei Monate und sortieren nach Absatz.
Danach teilen Sie das Sortiment in zwei Gruppen. Fast Mover verkaufen sich mehrmals pro Woche, stehen unter Konkurrenzdruck und tragen den Großteil Ihres Umsatzes - typischerweise sind das 20 bis 30 Prozent der Artikel. Slow Mover gehen vielleicht einmal im Monat über den Tisch. Die beiden Gruppen brauchen später unterschiedliche Regeln und einen unterschiedlichen Takt, deshalb die Trennung ganz am Anfang.
Starten Sie ausschließlich mit den Fast Movern. 30 bis 50 umsatzstarke Artikel reichen für die erste Woche völlig. Wer am ersten Tag 3.000 SKUs scharf schaltet, kontrolliert nichts mehr, sondern hofft nur noch.
Schritt 2: Mindestpreis festlegen - die harte Untergrenze
Der Mindestpreis ist die wichtigste Zahl im gesamten Setup. Unter ihn geht die Software niemals, egal was die Konkurrenz tut.
Hinein gehören alle Kosten, die der Artikel wirklich verursacht: Einkaufspreis, Amazon-Verkaufsprovision, FBA- oder eigene Versandkosten, ein Aufschlag für Retouren - und der Deckungsbeitrag, den Sie mindestens sehen wollen. Ein Beispiel: Einkauf 12,00 Euro, 15 Prozent Provision, 3,50 Euro FBA-Gebühr, mindestens 3,00 Euro Deckungsbeitrag. Daraus ergibt sich ein Mindestpreis von rund 21,80 Euro. Alles darunter ist ein Verlustgeschäft, das die Software dann auch noch automatisiert wiederholt.
Geschätzte Mindestpreise sind der teuerste Einsteigerfehler. Zu hoch angesetzt kosten sie die Buybox, zu niedrig angesetzt verkaufen sie Ihr Lager unter Kosten leer.
Den Maximalpreis setzen Sie gleich mit. Er greift, wenn alle Mitanbieter ausverkauft sind und der Repricer sonst ins Leere nach oben laufen würde. Zwei- bis dreifacher Einkaufspreis ist ein brauchbarer Startwert, bei Markenware orientiert an der UVP.
Schritt 3: Repricing-Regeln definieren - Preisabstand, Konkurrenz-Filter, Frequenz
Über das Ergebnis entscheiden drei Einstellungen.
Preisabstand. Wie weit unter dem Referenzpreis der Konkurrenz wollen Sie landen? Ein Cent unter dem billigsten Anbieter ist die Standardeinstellung vieler Einsteiger und zugleich die aggressivste: Wenn zwei Händler so repricen, steht der Preis binnen Tagen bei beiden auf dem Mindestpreis. Ein Puffer von zwei bis fünf Prozent hält die Buybox meist genauso und die Marge deutlich besser.
Konkurrenz-Filter. Gegen wen soll überhaupt gerechnet werden? Ein FBM-Anbieter ohne Prime-Versand, mit vier Wochen Lieferzeit und schlechter Bewertung ist bei der Buybox kein ernsthafter Gegner - Sie müssen ihn nicht unterbieten. Filtern Sie außerdem abweichende Zustände raus, sonst preisen Sie Ihre Neuware gegen Gebrauchtangebote.
Frequenz. Fast Mover stündlich, Slow Mover täglich. Wer langsamer reagiert als seine Mitanbieter, verliert die Buybox in genau der Zeitspanne dazwischen. Wer Slow Mover stündlich durchrechnet, verbraucht nur API-Kontingent.
Schritt 4: Repricer einrichten und den ersten Preislauf prüfen
Die Einrichtung selbst ist schnell erledigt: Software installieren beziehungsweise Konto anlegen, dem Tool im Seller Central über die SP-API Zugriff erteilen, Sortiment importieren, Min- und Max-Preise per CSV einspielen. Amazons eigene automatisierte Preisanpassung brauchen Sie dafür nicht - warum wir von ihr abraten, steht in einem eigenen Beitrag.
Der wichtige Teil kommt danach. Schalten Sie erst zehn bis zwanzig Artikel scharf, nicht die ganze Fast-Mover-Gruppe. Nach dem ersten Preislauf prüfen Sie drei Dinge: Hat die Software überhaupt Preise gesetzt? Liegen alle gesetzten Preise innerhalb Ihrer Spanne? Und passt der neue Preis zu dem, was die Regel vorgibt - das kontrollieren Sie bei zwei, drei Artikeln von Hand gegen die Angebotsübersicht im Browser.
Stimmt das Bild, kommt der Rest der Fast Mover dazu. Slow Mover folgen frühestens in der zweiten Woche.
Schritt 5: Nach 7 Tagen Buybox-Anteil und Marge prüfen
Nach einer Woche liegen genug Daten vor. Drei Kennzahlen zeigen, ob das Setup trägt.
Den Buybox-Anteil finden Sie im Seller Central unter Berichte, Business Reports, “Detail Page Sales and Traffic” in der Spalte Buy Box Percentage. Er sollte gegenüber der Vorwoche steigen. Bewegt er sich nicht, greifen Ihre Regeln nicht: meist ein zu hoch angesetzter Mindestpreis oder ein zu vorsichtiger Preisabstand.
Der durchschnittliche Verkaufspreis zeigt die Gegenrichtung. Kleben Ihre Artikel nach sieben Tagen am Mindestpreis, ist der Preisabstand zu aggressiv - oder Sie repricen gegen Anbieter, die Sie hätten filtern sollen. Und die Marge entscheidet am Ende. Ein Buybox-Anteil von 90 Prozent bei eingebrochenem Deckungsbeitrag ist kein Erfolg, sondern ein Verlustgeschäft mit hoher Taktzahl.
Danach reicht eine monatliche Kontrolle. Ändern sich Einkaufspreise oder Amazon-Gebühren, ziehen Sie die Mindestpreise nach. Ein Repricing-Setup, das man einmal anlegt und nie wieder anfasst, arbeitet nach zwei Jahren mit Zahlen, die es nicht mehr gibt.
So macht das der PRICEPARSER
Der PRICEPARSER ist Windows-Software und läuft lokal auf Ihrem PC - Verkaufsdaten, Kalkulationen und Regeln bleiben auf dem Rechner. Für den Einstieg liest ein Import-Assistent Ihr Amazon-Sortiment ein, Min- und Max-Preise übernehmen Sie per CSV-Import, für die Regeln stehen Vorlagen für typische Strategien bereit. Preisabstand, Konkurrenz-Filter und Repricing-Frequenz - stündlich bis täglich - stellen Sie je Produktgruppe getrennt ein, genau die Trennung aus Schritt 1.
Die Lizenz kostet fest ab 19 Euro zzgl. MwSt. pro Monat, unabhängig vom Umsatz, ohne Artikel-Obergrenze, alle 11 Marktplätze inklusive. Was Repricing damit pro verkauftem Artikel kostet, rechnet der Beitrag zu den Repricing-Kosten pro Artikel durch.
Testen Sie den PRICEPARSER 14 Tage kostenlos - genug Zeit für die fünf Schritte und die erste Kontrollwoche.
Häufige Fragen
Ab wie vielen Artikeln lohnt sich ein Repricer bei Amazon?
Ist automatisches Repricing bei Amazon erlaubt?
Was passiert mit meinen Preisen, wenn ich den Repricer abschalte?
Was macht ein Repricer, wenn ein Konkurrent unter meinen Mindestpreis geht?
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