Repricing-Frequenz: Wie oft sollten Sie Preise anpassen?
Im Repricer gibt es ein Feld für den Takt, und die Versuchung ist groß, dort den kleinstmöglichen Wert einzutragen. Häufiger schadet ja nicht, denkt man.
Doch, tut es. Die richtige Frequenz ergibt sich aus dem einzelnen Artikel: Angebote mit mehreren Mitanbietern, die selbst mehrmals täglich nachziehen, brauchen einen stündlichen Takt. Slow Mover und Artikel ohne ernsthafte Konkurrenz kommen mit einem Lauf am Tag aus - dort erzeugt ständiges Nachpreisen nur Bewegung nach unten, auf die niemand antwortet. Frequenz ist ein Verstärker, kein Hebel. Sie verstärkt gute Regeln und schlechte genauso.
Stündlich oder täglich repricen? Zwei Fragen entscheiden
Über den Takt entscheidet nicht Ihr Absatz, sondern der Markt auf der ASIN. Zwei Größen genügen: Wie viele Mitanbieter stehen auf dem Angebot, und wie oft ändern die ihre Preise?
Beides lässt sich prüfen, statt es zu raten. Öffnen Sie die Angebotsübersicht einiger Ihrer umsatzstärksten ASINs im Browser und notieren Sie den günstigsten Preis ein paar Tage lang morgens und abends. Steht dort zweimal dieselbe Zahl, brauchen Sie keinen Stundentakt. Ändert sie sich zwischen zwei Kaffees, brauchen Sie ihn.
Ein Artikel mit acht Mitanbietern, die alle automatisiert nachziehen, ist ein anderer Fall als ein Artikel mit zwei Händlern, die zweimal im Jahr an den Preis gehen. Auch dann, wenn sich beide gleich oft verkaufen.
Repricing-Frequenz für Fast Mover: der Takt der Mitanbieter zählt
Für umkämpfte Artikel gilt eine einzige Regel: Ihre Reaktionszeit darf nicht länger sein als die der Konkurrenz. Ein Beispiel. Artikel zu 29,90 Euro, fünf Anbieter, ein Wettbewerber senkt um 8:15 Uhr auf 28,90 Euro. Läuft Ihr Repricer einmal nachts, steht Ihr Preis den ganzen Tag zu hoch. Bei zehn Verkäufen täglich auf dieser ASIN gehen die zehn an jemand anderen.
Die Gegenrichtung wird dabei regelmäßig übersehen, obwohl sie die interessantere ist. Ist der billigste Anbieter ausverkauft, darf Ihr Preis nach oben. Ein stündlicher Lauf holt diese Marge binnen einer Stunde zurück, ein täglicher lässt sie bis zu 24 Stunden liegen. Wer Frequenz nur als Werkzeug zum Senken denkt, nutzt die Hälfte davon - und wundert sich, warum der Repricer seine Preise nie wieder nach oben bringt.
Slow Mover: warum ein Preislauf am Tag reicht
Ein Artikel, der zweimal im Monat über den Tisch geht und auf dem zwei Mitanbieter sitzen, gewinnt durch 24 Läufe am Tag nichts. Es gibt schlicht nichts Neues zu sehen. Was Sie bekommen, sind mehr API-Aufrufe und längere Durchläufe.
Der Nebeneffekt ist der teurere. Slow Mover im Stundentakt verlängern denselben Durchlauf, in dem auch Ihre Fast Mover stecken. Braucht ein kompletter Lauf über 10.000 Artikel eine Stunde, ist der stündliche Takt für die 300 wirklich umkämpften ASINs faktisch weg - der unwichtige Teil des Sortiments bremst den wichtigen aus. Deshalb gehören die Gruppen getrennt, bevor man am Takt dreht. Wie man das Sortiment dafür aufteilt, steht in der Einsteiger-Anleitung zum Amazon-Repricing.
Und Artikel, auf denen Sie alleiniger Anbieter sind, brauchen überhaupt keinen Takt. Ohne Mitbewerberpreis gibt es keinen Referenzwert, gegen den gerechnet werden könnte.
Amazon SP-API: was die Repricing-Frequenz technisch begrenzt
Jeder Lauf besteht aus zwei Sorten von Aufrufen: Konkurrenzpreise lesen, eigenen Preis schreiben. Amazon drosselt beides. Die SP-API arbeitet je Operation mit einer erlaubten Rate und einem Burst-Kontingent, das sich nachfüllt. Wer über dieses Kontingent hinaus anfragt, bekommt keine Daten zurück, sondern eine Drosselungsmeldung (HTTP 429), und der Aufruf muss wiederholt werden. Die konkreten Grenzen hängen an der jeweiligen Operation und am Kontingent Ihres Kontos. Auf eine Zahl aus einem Forum würde ich mich nicht verlassen, sondern auf das, was der eigene Repricer im Protokoll meldet.
In der Praxis ist das Lesen der Flaschenhals, nicht das Schreiben. Preisänderungen gehen gebündelt an Amazon, die Preise der Mitanbieter müssen dagegen je Angebot abgeholt werden. Mit der Artikelzahl wächst also die Dauer eines Durchlaufs - und diese Dauer ist Ihre wirkliche Obergrenze, nicht die Zahl, die Sie ins Frequenz-Feld tippen.
Bringt häufigeres Repricing mehr Buybox-Anteil?
Der Ertrag steigt nicht linear mit dem Takt. Von wöchentlich auf täglich ist der Sprung groß: Sie hören auf, tagelang auf Preisen von vorgestern zu sitzen. Von täglich auf stündlich zahlt sich auf umkämpften ASINs aus, weil genau dort die Konkurrenz mehrmals am Tag zieht. Von stündlich auf alle paar Minuten verliert sich der Effekt bei den meisten Sortimenten im Rauschen - eine Preisänderung braucht ihrerseits Zeit, bis sie bei Amazon aktiv ist und in die Zuteilung des Einkaufswagen-Felds einfließt.
Wo bei Ihrem Sortiment die Grenze liegt, sagt Ihnen nur die Messung: Buybox-Anteil je Artikelgruppe vor der Umstellung notieren, eine Woche danach noch einmal. Liegt eine Gruppe ohnehin über 90 Prozent, ändert ein höherer Takt daran nichts. Dann ist nicht der Preis das Problem, sondern einer der anderen Buybox-Faktoren.
Hohe Repricing-Frequenz ohne Mindestpreis beschleunigt den Preisverfall
Jetzt der Punkt, an dem Takt gefährlich wird. Die Frequenz bewertet Ihre Regeln nicht, sie führt sie nur häufiger aus. Ein geschätzter Mindestpreis, zwei Euro zu tief angesetzt, kostet Sie bei einem Lauf am Tag ein paar Verkäufe unter Kosten. Im Stundentakt sind Sie in zwei Tagen unten - und bleiben dort, weil Ihre Mitanbieter Ihrem Preis folgen.
Für den Konkurrenz-Filter gilt dasselbe. Wer versehentlich gegen Gebrauchtangebote rechnet oder gegen einen Händler mit vier Wochen Lieferzeit, macht diesen Fehler bei täglichem Lauf einmal am Tag und im Stundentakt vierundzwanzigmal.
Die Reihenfolge ist damit vorgegeben: erst den Mindestpreis sauber rechnen, dann die Regeln eine Woche lang im niedrigen Takt beobachten, dann die Frequenz hochziehen. Umgekehrt automatisieren Sie Ihren eigenen Preisverfall, nur eben schneller.
So macht das der PRICEPARSER
Den Takt stellen Sie in der Auto-Prozess-Maske ein. Dort hinterlegen Sie die Projektdateien, die automatisch abgearbeitet werden sollen, und legen die Perioden fest, in denen das geschieht. Weil jede Projektdatei eigene Artikel und eigene Einstellungen mitbringt, laufen Fast Mover, Slow Mover und einzelne Marktplätze in getrennten Projekten - und damit in unterschiedlichen Takten, stündlich bis täglich.
Braucht ein Abgleich bei vielen Artikeln länger als die kleinste eingestellte Periode, startet der nächste Lauf direkt im Anschluss. Es staut sich nichts auf; der Takt sinkt still auf das, was technisch drin ist.
Gegen unnötigen Preisverfall arbeitet eine Einstellung, die viele übersehen: Setzen Sie die Buybox-Checkbox, sendet der PRICEPARSER den neu berechneten Preis nicht an Amazon, solange Ihr Artikel im Einkaufswagen-Feld steht. Sie können damit häufig abgleichen, ohne bei jedem Lauf Marge abzugeben, nur weil sich irgendwo ein günstigerer Anbieter eingereiht hat.
Der Automatik-Modus läuft lokal auf Ihrem Rechner. Ein stündlicher Takt setzt deshalb einen Rechner voraus, der durchläuft. Die Lizenz kostet fest ab 19 Euro zzgl. MwSt. im Monat, unabhängig von Umsatz, Artikelzahl und Taktrate. Testen Sie den PRICEPARSER 14 Tage kostenlos und stellen Sie zuerst die ASINs scharf, auf denen die Konkurrenz wirklich nachzieht.
Häufige Fragen
Verstoßen häufige Preisänderungen gegen die Amazon-Regeln?
Woran erkenne ich, dass meine Repricing-Frequenz zu niedrig ist?
Kostet ein höherer Repricing-Takt mehr Geld?
Sollte ich Preise auch nachts und am Wochenende anpassen lassen?
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