Mindestpreis berechnen: die Formel für Amazon-Händler

von Martin Kleine Aktualisiert:
Kostenblöcke eines 29,90-Euro-Artikels von oben nach unten: Mehrwertsteuer, Amazon-Verkaufsgebühr, FBA-Gebühr, Einkaufspreis, Verpackung, Retourenanteil, PPC-Anteil - Rest ist Deckungsbeitrag

Häufige Fragen

Trage ich den Mindestpreis netto oder brutto in den Repricer ein?
Brutto, also inklusive Mehrwertsteuer. Amazon führt Ihre Preise als Bruttopreise, und der Repricer vergleicht sie mit den Bruttopreisen der Konkurrenz. Wer versehentlich den Nettobetrag einträgt, gibt bei 19 Prozent Steuersatz eine um rund 16 Prozent zu niedrige Untergrenze frei.
Muss ich den Mindestpreis für jeden Artikel einzeln rechnen?
Für jeden Artikel mit eigenem Einkaufspreis ja, denn der Einkauf ist der größte Posten und lässt sich nicht pauschalieren. Die übrigen Blöcke dürfen Sie in Gruppen zusammenfassen: Artikel mit gleicher Größenklasse haben dieselbe FBA-Gebühr, Artikel derselben Kategorie denselben Gebührensatz.
Was tue ich, wenn mein Mindestpreis über dem Marktpreis liegt?
Den Mindestpreis nicht senken, sondern den Artikel aus dem Repricing nehmen. Liegt der Markt dauerhaft unter Ihrer Untergrenze, verkaufen Sie mit Verlust oder gar nicht - beides ist besser als ein weichgeklopfter Mindestpreis. Danach bleiben Nachverhandlung im Einkauf, Bundle oder Auslistung.
Brauche ich neben dem Mindestpreis auch einen Maximalpreis?
Ja, sobald Sie zeitweise alleiniger Anbieter einer ASIN sind. Ohne obere Grenze zieht die Preisregel den Artikel dann auf einen Wert, den kein Käufer zahlt, und der Artikel steht still. Der Maximalpreis begrenzt außerdem den Schaden, wenn ein Konkurrent kurzzeitig mit absurd hohem Preis listet.

Weitere Artikel